Italien: Heuschreckenplage auf Sardinien: Mehr als 30.000 Hektar Anbaufläche zerstört

Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien setzt eine Heuschreckenplage der Landwirtschaft stark zu. Die Tiere, die sich in riesigen Schwärmen auf den Feldern niederlassen, haben schwere Schäden auf den Anbauflächen angerichtet

Die beliebte Urlaubsinsel Sardinien hat in diesem Sommer mit Milliarden von Heuschrecken zu kämpfen, die das Saatgut und die Felder heimsuchen. Der italienische Bauernverband Coldiretti erklärte in einer öffentlichen Mitteilung, dass die Insekten bereits Anfang Mai das Saatgut auf 25.000 Hektar Land zerstört hätten, manche Quelle berichten mittlerweile sogar von einer Fläche von 50.000 Hektar.

Die Provinz Nuoro ist besonders stark betroffen. Dort leben die meisten Einwohnerinnen und Einwohner von Viehzucht und der Landwirtschaft. Weizen- und Gemüsefelder, aber auch Gärten sind von den Heuschrecken regelrecht übersät, die Arbeit der letzten Monate innerhalb weniger Stunden dahin. Zahlreiche Internetvideos betroffener Landwirte zeigen das Ausmaß der Schäden, welche die Tiere bislang angerichtet haben. Einige bezeichnen die Invasion der Tiere als einen „Heuschrecken-Tsunami“, manche verlassen tagsüber nicht mehr ihre Häuser.

Der italienische Bauernverband bezeichnete die Schäden auf der zweitgrößten Insel Italiens als immens, hunderte Landwirtschaftsunternehmen seien betroffen. Sardische Politikerinnen und Politiker sprechen von einer „biologischen Katastrophe“ und bitten die Regierung in Rom um Hilfe.

Klimawandel begünstigt die Heuschreckenplage auf Sardinien

Expertinnen und Experten zufolge hängt die Heuschreckenplage auf Sardinien mit den steigenden Temperaturen zusammen. Die durch die globale Erwärmung hervorgerufenen klimatischen Veränderungen, milde Winter und weniger Niederschläge begünstigten die Ausbreitung und Entwicklung der Heuschrecken.

In diesem Jahr seien die Niederschläge in Italien im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen Jahre um 50 Prozent geringer gewesen. Bei den Schneefällen betrage der Rückgang sogar 70 Prozent. Auf Sardinien folgten außerdem auf einen recht kühlen Mai außergewöhnliche hohe Temperaturen im Juni. Das sorgte für beste Brutbedingungen bei den Heuschrecken. Die Tiere schlüpften in kürzester Zeit massenweise aus ihren Eiern und breiten sich nun weiter aus.

Heuschrecken-Plage auf Sardinien
Heuschrecken belagern ein Feld auf der italienischen Insel Sardinien, bereits vor drei Jahren kam es hier zu einer verheerenden Heuschreckenplage (Symbolbild von 2019)
© picture alliance/AP Photo | Uncredited

Seit dem Jahr 2019 kommt es auf Sardinien jährlich im Sommer zu großen Invasionen der Tiere. Die Heuschreckenplage von 2019 galt damals als die schlimmste der vergangenen 60 Jahre. Doch dieses Jahr ist das Phänomen besonders akut. Die Landwirte beklagen, dass das Problem von der italienischen Regierung bislang allerdings unterschätzt worden sei.

Doch nicht nur auf Sardinien, auch auf dem italienischen Festland machen sich die steigenden Temperaturen bemerkbar. Momentan erlebt Italien aufgrund einer großen Dürre den Ausnahmezustand. In vielen Regionen Italiens wird das Wasser in der Nacht bereits abgestellt. Dazu kommen Brände, die in mehreren Regionen des Landes toben.

Nachrichtenquelle: geo.de

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